Wissenschaftler und Praktiker entwickeln innovative Ansätze für die Pflege junger Wälder

Vollmechanisierte Pflege im kleinstrukturierten Wald

Stabile und vitale Waldbestände mit großen Zuwächsen und risikoarmen Baumartenmischungen werden zukünftig immer wichtiger. Die größten Effekte können durch Pflegeeingriffe im Jugendalter bei Oberhöhen zwischen 7 und 12 m (Läuterung) erreicht werden. Wegen der geringen Stückmasse und Qualität der entnommenen Bäume ist dieser Pflegeschritt aber häufig unwirtschaftlich. Um die Pflege effizienter zu machen, wurden v.a. im letzten Jahrzehnt verschiedene vollmechanisierte Verfahren mit forstlicher Großtechnik entwickelt. Diese können aber z.B. auf kleinen Privatwaldflächen oder aber auf Waldumbauflächen nicht immer sinnvoll eingesetzt werden.

Die Forschungsgruppe Verkehrslogistik an der TH Wildau arbeitet nun gemeinsam mit Tyroller Hydraulik Herzberg, Möhle und Braker Datentechnik sowie Anwendern aus dem Forstbereich an einem vollmechanisierten Pflegeverfahren mit Kleintechnik, das besonders an den professionellen Einsatz auf kleinstrukturierten und verstreut liegenden Waldflächen angepasst ist. Das Verbundprojekt  „Entwicklung eines vollmechanisierten Ernteverfahrens zur Pflege von Jungbeständen“ wird von Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Förderschwerpunkts „Nachhaltige Waldwirtschaft“ gefördert. Außerdem bringen die Partner Eigenanteile in die Finanzierung mit ein. Das Vorhaben greift vorhandene Ansätze zum Einsatz forstlicher Kleintechnik auf und entwickelt diese sowohl verfahrensseitig als auch technisch weiter. Besonders in den Bereichen Einsetzbarkeit, Produktivität und Prozesseffizienz sollen für die zukünftigen Nutzer – z.B. Forstbetriebe, Dienstleistungsunternehmen, kommunale Betriebe und Waldbesitzervereinigungen - erhebliche Verbesserungen erzielt werden. Dafür wird ein Mini-Harvester entwickelt, der in Beständen besonders flexibel und schonend agieren kann. Darüber hinaus erarbeitet der Forschungsverbund ein speziell an das Einsatzgebiet angepasstes Datenmanagement von der Holzernte zu den nachgelagerten Prozessen (Aufbereitung, Transport, Holzverwendung, Abrechnung). Das Verfahren wird mit einer Vielzahl forstlicher Praktiker unter unterschiedlichen Einsatzbedingungen auf Praxistauglichkeit, Produktivität und Wirtschaftlichkeit getestet.

Forschungspartner: Technische Hochschule Wildau, Tyroller Hydraulik Herzberg GmbH, Möhle und Braker Datentechnik GbR

Laufzeit: 01.10.2015 – 31.05.2018

Kontakt:
Technische Hochschule Wildau
Mareike Schultze
Tel.: +49 3375 508 511
Mail: mareike.schultze @th-wildau.de